Icon Contact

Büro Wetzlar:

06441 / 44798-0

Büro Reichelsheim:

06035 / 9113-0

info@gaerth-martin.de

WISSENSWERT & AKTUELL

Kein Vorsteuerabzug für Lamborghini Supersportwagen; Ferrari California nicht unangemessen - zwei verschiedene Finanzgerichtsentscheidungen

03.01.19
Steuerrecht

Der Lamborghini - Fall:

Eine Reinigungsunternehmen wollte für die Anschaffung eines Lamborghini Aventador (V12-Motor; 700 PS; 2,9 sec von 0 auf 100 km/h) Vorsteuerabzug geltend machen. Die betreffende Gesellschaft gezielte in den maßgeblichen Streitjahren ein Betriebsergebnis von 90 000 bzw. 100.000,00 €.

Die Firma argumentierte damit, dass es dem Geschäftsführer in der Vergangenheit immer wieder gelungen sei, über seine Sportwagenkontakte neue Kunden zu gewinnen. Das Finanzgericht  (FG) Hamburg sah in der Anschaffung jedoch einen unangemessenen Repräsentationsaufwand. Nach Auffassung des Finanzgerichts diene der Sportwagen aufgrund seiner Leistungsdaten der sportlichen Betätigung und sei geeignet, ein Affektionsinteresse des Halters auszulösen.  Der begehrte Vorsteuerabzug wurde versagt.

Quelle: FG Hamburg , Urteil vom 11.10.2018 - 2 K 116/18; via beck aktuell

Der Ferrari - Fall:

Anders wurde in einem Fall entschieden, in welchem ein anderer Luxussportwagen (Ferrari California) von einer GmbH angeschafft wurde, die sich mit der Projektentwicklung zur Energieerzeugung von regenerativen Quellen befasste. Der Geschäftsführer gab an, dass er das Fahrzeug bei „Netzwerktreffen“ einsetze, um Kooperationspartner zu akquirieren (dies im Ergebnis jedoch ohne Erfolg) und es auch für den Besuch potenzieller Investoren nutze. Für Besuche bei Landwirten, mit denen über Pacht- und Kaufverträge verhandelt worden wäre, sei dagegen ein ebenfalls dem Betriebsvermögen befindlicher VW Tiguan genutzt worden.

Das FG gelangte schließlich zu der Auffassung, dass die Anschaffung des Ferraris zur Eröffnung substanzieller Geschäftschancen geführt habe. Trotz Verluste der GmbH im Streitjahr und den Folgejahren bzw. der späteren Erwirtschaftung geringerer Gewinne, sah das FG den Aufwand nicht als unangemessen an.   

Quelle FG Hamburg, Urteil vom 27.09.2018, Az.: 3 K 96/17; via beck aktuell

 

Unsere Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Weitere Information hierzu finden Sie in unsererDatenschutzerklärung